Weiter Weg zur hohen Verfügbarkeit
Strom, Klima, Feuer
Ohne Strom läuft in einem Rechenzentrum naturgemäß nichts. Daher ist die unterbrechungsfreie Versorgung aller Komponenten mit Strom eine wichtige Komponente der Ausfallsicherheit. Um bei einer Störung beim Energieversorger nicht in den Notstrombetrieb umschalten zu müssen, sollte ein Rechenzentrum daher mit einer redundant Mittelspannung (10 oder 20 kV) von zwei unterschiedlichen Umspannwerken versorgt werden. Die Transformatorenanlage ist ebenfalls redundant auszulegen (mindestens n+1). Selbstverständlich gehört auch eine redundant Anlage zur unterbrechungsfreien Stromversorgung zu einem Sicherheitskonzept. Die maximale Überbrückungszeit sollte dabei typischerweise mehr als 30 Minuten betragen. Bei einem länger andauernden Stromausfall versorgen dann Netz (ebenfalls n+1) das Rechenzentrum mit Strom. Die redundant Versorgung der EDV sollte dabei über zwei unterschiedliche Unterverteiler und unterschiedliche Verkabelung erfolgen. Gleichzeitig schützen Blitz- und Überspannungsschutz die Geräte des Rechenzentrums.
Um eine Überhitzung der RZ-Räume zu vermeiden, verfügen die Rechenzentren des IZB Informatik-Zentrum über ein ausgefeiltes Kühlsystem. Entscheidend sind dabei unter anderem die richtigen Durchfluss-Querschnitte im Doppelboden(Quelle: IZB Informatik-Zentrum)
Ebenso wichtig wie die unterbrechungsfreie Stromversorgung ist die richtige Klimatisierung aller IT-Komponenten. In einem Rechenzentrum erfolgt dies normalerweise durch Umluftkühlgeräte (UKL). Dabei wird warme Luft aus dem Deckenbereich abgesaugt, über Kühlregister im Umluftkühlgerät geführt und in den Doppelboden des Rechenzentrums eingeblasen. Im Doppelboden wird dann die Luft verteilt und an den benötigten Stellen über "Schlitzplatten" ausgeblasen. Die Umluftkühlgeräte sind an ein Kaltwassersystem angeschlossen. Das Kaltwasser wird über ein System aus Kältemaschinen, Pumpenstationen und Rückkühlern erzeugt. Auch hier sind die Systeme redundant auszuführen, also zum Beispiel sollte es für jede Pumpe eine redundant geben. Schließlich ist über eine Lüftungsanlage "konditionierte" Luft einzublasen. Konditioniert heiß dabei, dass die Luft erhitzt wird, falls es draußen zu kalt ist, gekühlt wird, falls es zu warm ist und befeuchtet wird falls sie zu trocken ist (Winter) beziehungsweise entfleuchtet wird, falls sie zu feucht ist.
Um im Fall eines ausbrechenden Feuers schnell reagieren zu können, müssen an allen kritischen Stellen Brandfrühsterkennungssysteme zur Deduktion kleinster noch nicht sichtbarer Rauchpartikel installiert sein. Zudem sollte die Brandmeldeanlage direkt zur Feuerwehr aufgeschaltet werden. Auch ist für eine Vorhaltung einer ausreichenden Menge an Löschmitteln zu sorgen. Damit die empfindliche EDV im Feuerfall nicht durch Löschwasser zerstört wird, können Gaslöschanlagen zum Einsatz kommen.
